Job finden
11.07.2019 - 13:17 Uhr

JOB AG source one GmbH

Für die sich nun ergebenen Teilbereiche konnten zeitnah aus dem Source One Ressourcen-Pool zwei bereits eingesetzte Spezialisten gewonnen werden, die ihre Erfahrungen im gemeinsamen Arbeiten an Gesamtprojekten einbringen und sich gegenseitig ergänzen konnten. Durch unsere eingehende Analyse und der schnellen Lösungsfindung schloss unser positiv überraschter Kunde sein Projekt erfolgreich ab und blieb im Rahmen seines für das Projekt vorgesehenen Personalbudgets. Weiterführende Links: Homepage von JOB AG source one https://www.job-ag.com/sourceone

Herr Albrecht, source one vermittelt Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen freiberufliche Spezialisten aus den Know-how-Gebieten IT, Engineering und Finance. Wie weit sind nach Ihrer Erfahrung Unternehmen bereits heute auf agiles Arbeiten eingestellt?

Eine Bitkom-Studie unter mehr als 300 Unternehmen in Deutschland ab 500 Mitarbeitern hat ergeben, dass eine Mehrheit von 65 Prozent heute auf agile Methoden setzt. Von diesen Methoden ist Scrum dabei der eindeutige Favorit. Diesen Trend kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wir haben mittlerweile bei über 70 Prozent der eingehenden Projektanfragen einen agilen Projekthintergrund. Das zeigt, dass sich die Unternehmen, Spezialisten mit Erfahrung in der agilen Entwicklung bzw. im agilen Projektmanagement wünschen.

Wo sehen Sie auf Seiten der Unternehmen noch Nachholbedarf hinsichtlich des agilen Arbeitens?

Eine der Grundlagen von Scrum als agile Methode ist, dass die Teams während des gesamten Scrum-Prozesses als kleine, selbstorganisierte Einheiten agieren sollen. Sie bekommen zwar von außen die Richtung vorgegeben, wie sie aber ihr gemeinsames Ziel erreichen, bleibt ihnen selbst überlassen. Jedoch merken wir häufig, dass gerade große Unternehmen und Konzerne ihre Strukturen nur teilweise agil nutzen. Oft ist gerade dieser Führungsaspekt noch nicht umgesetzt, das heißt, die Teams sind noch nicht wirklich vollständig autonom bzw. selbstorganisiert. Es fällt manchen Unternehmen nicht leicht, die Teams sozusagen von der Leine zu lassen.

Und wie sieht es auf der Seite der Kandidaten aus? Ist agiles Arbeiten gefragt oder werden eher „klassische“ Arbeitsweisen bevorzugt?

Für die freiberuflichen Spezialisten ist die Organisationsmethode schon sehr wichtig. Aber an erster Stelle steht der Wunsch nach einer Aufgabe, die Flexibilität und gleichzeitig eine größtmögliche Sicherheit bietet – zum Beispiel durch klare Abgrenzung der Aufgabe und des Status als Selbständiger. Sie fragen vor der Aufnahme einer Projekttätigkeit meist sehr genau, wie der agile Ansatz zum Ausdruck kommt. Denn bei agilen Projekten ist jede Person des Teams im Zuge der Projektierung persönlich und umfänglich in die Strukturen eingebettet, ganz gleich ob sie onsite oder remote arbeitet. Daher sind alle Mitarbeiter und Kollegen im Sinne der Scrum-Philosophie vernetzt und mehr oder weniger tief in die Prozesse und Organisationsstrukturen eingeflochten. Und genau darauf müssen Freelancer, Unternehmen und Vermittler – leider muss man sagen – sehr genau achten. Der Grat zur Scheinselbständigkeit ist hier sehr schmal. Agile Arbeitsverträge müssen daher individuell und genau ausgearbeitet werden, um rechtliche Risiken zu vermeiden.

Welches Mindset muss ein Kandidat mitbringen, damit er schnell in ein agiles Team integriert werden kann?

Agile Teams haben ein gemeinsames Ziel vor Augen und ziehen an einem Strang. Das Projektziel wird zu Beginn klar definiert – im Team und gemeinsam mit den Stakeholdern. Daher sollte ein Kandidat auf jeden Fall ein echter Teamplayer sein, der sich in Teams mit agiler Vorgehensweise schnell einbringen und wohlfühlen kann. Darüber hinaus werden gegebenenfalls die Stärken und auch die Schwächen eines Einzelnen offen besprochen. Somit sind Offenheit, Kritikfähigkeit und ein respektvoller Umgang mit anderen weitere Grundvoraussetzungen für die Arbeit in einem agilen Team. Denken Sie, dass sich agiles Arbeiten gegenüber klassischen Arbeitsweisen langfristig durchsetzen wird? Wo liegen aus Ihrer praktischen Erfahrung heraus die Vorteile ganz konkret? Agiles Arbeiten auf Basis selbstorganisierter Teams bedeutet, dass es keinen „traditionellen” Projektleiter gibt, der die Aufgaben verteilt und deren Umsetzung er überwacht. Dagegen gibt es bei Scrum ähnliche Rollen, wie den Scrum Master oder den Product Owner. Der Product Owner hat dabei meist eine größere Verantwortung, denn er legt nicht nur einmal am Anfang des Projekts die Anforderungen fest, sondern muss diese kontinuierlich an die neuen Gegebenheiten anpassen und ist für deren Priorisierung verantwortlich. Die Teams sind häufig gemischt und es ist unwahrscheinlich, dass sie in Zukunft nur aus internen Mitarbeitern bestehen werden. Hier liegt gerade aber arbeitsrechtlich gesehen der Knackpunkt, da agile Methoden des Projektmanagements noch nicht wirklich in die Prüfungskriterien hinsichtlich selbständiger Tätigkeit einfließen. Denn werden freie Spezialisten in die engen Kommunikationsstrukturen agiler Projekte eingebunden oder müssen sie aus Datenschutz- oder Sicherheitsgründen in Räumen und mit Hardware des Auftraggebers arbeiten, leiten die Prüfer oftmals ab, dass das betroffene Unternehmen Freelancer wie festangestellte Kräfte einsetzt und somit externe Mitarbeiter scheinselbstständig sind. Ich denke daher, dass die Zukunft agiler Methoden auch davon abhängt, welche Flexibilität bzw. Rechtssicherheit beim Aufstellen eines Teams zukünftig geboten wird.

 

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