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26.07.2019 - 10:37 Uhr

Recruiting von Digital Talents – Challenges und Chancen

Den so genannten „War of Talents“ hat die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie bereits im Jahr 1997 vorhergesagt. Gründe sind die vorhersehbare demographische Entwicklung, der daraus resultierende Fachkräftemangel sowie die zahlreichen Digitalisierungsthemen. Zu den umkämpften Fachkräften gehören die Digital Talents. Sie finden sich unter den Millennials, unter denen wiederum die Generationen Y (Jahrgänge von 1980 und 1990) und Z (Jahrgänge 1997-2012) subsummiert werden.

Die Generationen Y und Z eint ein spürbarer Wertewandel in der Arbeitswelt. Von Personalern hört man oft, dass sie zu hohe Ansprüche stellen, anders arbeiten wollen und mitunter schon im Bewerbungsgespräch nach einem Sabbatical fragen. Vor allem die Generation Z will wieder deutlicher zwischen Beruf und Privatleben unterscheiden und fordert eine ausgewogene Work-Life-Balance – und das ist deren gutes Recht.

Nur attraktive Unternehmen ziehen Digital Talents an

Gleichzeitig findet aufgrund des Nachwuchskräftemangels eine Machtverschiebung statt. Die Bewerber müssen sich nicht mehr attraktiv machen für die Unternehmen, sondern genau umgekehrt. Organisationen müssen Vergleichen standhalten und stehen im direkten Wettbewerb zueinander. Nachwuchskräfte fordern offen von ihren Führungskräften „zeig mir dein Netzwerk und ich sage dir, ob ich für dich arbeiten möchte“.

Eine immer wichtigere Rolle spielen Bewertungsplattformen wie kununu, Indeed, Stepstone, Glassdoor und neuerdings auch Google for Jobs. Hier sollten Unternehmen unbedingt aktiv sein. Sie zu ignorieren wäre ein großer Fehler, denn die Digital Talents nutzen diese Plattformen bei der Wahl des richtigen Arbeitgebers. Daher ist es wichtig, das eigene Unternehmensprofil zu pflegen und sich als attraktive Arbeitgebermarke zu präsentieren. Kommentare und Bewertungen – auch und vor allem negative – sollten ernst genommen und auch möglichst mit einem zeitnahen (!) Feedback versehen werden. Apropos Feedback. Digital Talents sind es dank des Internets gewohnt, schnelle Antworten auf Fragen zu bekommen. Wenn ein Unternehmen sich nach Eingang einer Bewerbung zwei Wochen Zeit lässt, bevor es antwortet, hat es in aller Regel das Interesse des Bewerbers schon verloren. Schnell sein, heißt die Devise.

Weg mit alten Gewohnheiten

Wichtig ist zudem, dass Unternehmen lernen müssen, mit den jungen Nachwuchskräften richtig umzugehen. Strikt hierarchische Führung, analoge umständliche Prozesse, starre Arbeitsmodelle oder Sätze wie „das haben wir immer schon so gemacht“ haben ausgedient. Wenn ein Digital Talent in eine neue Organisation kommt und merkt, dass die Kultur nicht zu ihm passt, dann ist die Gefahr der schnellen Abwanderung groß. Die Toleranzgrenze liegt in dieser Gruppe nur noch bei durchschnittlich sechs Monaten. In der Generation X sind es noch zwei bis drei Jahre. Unternehmen sollten sich daher als attraktive Arbeitgebermarke nach innen und außen präsentieren und sich einem Kulturcheck unterziehen. Passt der allgemeine Auftritt zu den Anforderungen der jungen Talente? Muss das Wording, die Bilderwelten oder das gesellschaftliche Verhalten angepasst werden? Diese und mehr Fragen sollten sich Unternehmen kritisch stellen.

Tipps, worauf es bei der Rekrutierung von Digital Talents ankommt:

  • Verstehen Sie die neuen Generationen und beschäftigen Sie sich mit deren Interessen. Was interessiert sie, was machen sie in ihrer Freizeit, was beschäftigt sie?
  • Zeigen Sie Präsenz auf Arbeitgeberbewertungsportalen. Stellen Sie sich dem Vergleich und sorgen Sie für eine optimale Reputation Ihrer Organisation.
  • Halten Sie sich da auf, wo Ihre Zielgruppe ist. Post & Pray war gestern, Anzeigenschalten allein reicht nicht mehr aus. Gehen Sie auf die Menschen zu und sprechen Sie sie dort an, wo sie sind – on- und offline.
  • Alte Zöpfe abschneiden: Überdenken Sie Gewohnheiten und Prozesse.
  • Geben Sie Ihren Bewerbern und Mitarbeitern regelmäßig und zeitnah Feedback.
  • Führen Sie einen Kulturcheck durch und bauen Sie ein zielgerichtetes Employer Branding auf.
  • Wagen Sie erste Gehversuche im Umgang mit künstlicher Intelligenz und Automatisierung.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

Weiterführende Links:

Laden Sie sich hier die kompletten Materialien des Webinars herunter.

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