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15.11.2019 - 14:00 Uhr

5 Fragen an Michael Witt

Michael Witt ist selbständiger Recruiting- und Personalmarketing- Berater und unterstützt Unternehmen bei der Suche nach passenden Kandidatinnen und Kandidaten. Zudem berät er Kunden in den verschiedenen strategischen und auch operativen Fragestellungen in den Bereichen Recruiting, Personalmarketing und Employer Branding. Ein besonderes Steckenpferd von Michael Witt ist die Recruiting Innovation und die Recruiting Digitalisierung. Zudem bietet er als Mitbegründer der HR-TecNight Personalern eine Plattform, um HR-Technologien greifbar und verständlich zu machen. Und damit Recruiting selbst auch eine Plattform für sich selbst bekommt, veranstaltet Michael Witt einmal im Jahr einen Recruiter Slam, wo sich kreative Szene-Größen mit ihren Poetry-Künsten den Zuschauern stellen.

 

Herr Witt, kann es sich ein Unternehmen heute überhaupt noch erlauben, sich nicht mit Social Recruiting auseinander zu setzen?
Das kommt tatsächlich ein wenig auf die Zielgruppe(n) eines jeden Unternehmens an. Aber ich würde sagen, dass es kaum noch Menschen im arbeitsfähigen Alter gibt, die nicht irgendetwas im Internet oder auch in den sozialen Medien machen. Somit würde ich schon eher dazu neigen, die Frage mit „nein“ zu beantworten. Gleichzeitig gilt aber, dass es das oder die richtigen Netzwerke sein müssen. Auseinandersetzen heißt ja vor allem auch, die Dinge aus einem strategisch konzeptionellen Fokus ausgehend vom eigenen Recruiting-Bedarf aus zu betrachten. Dies macht Sinn, da die Zeit „einfach mal etwas auf Netzwerk X zu posten und zu sehen, was passiert“ definitiv vorbei ist.

Welcher ist Ihrer Meinung nach der aktuell wichtigste Trend beim Social Recruiting?
Trends kommen und gehen, vor allem in sozialen Medien. Der Trend ist, dass es viele Mikro-Trends gibt, aber keinen großen mehr. Das „Malen-nach-Zahlen“-Prinzip lässt sich nicht mehr abbilden. Einer der Trends, der sich beobachten lässt, ist der, dass junge Menschen der Generation Z wieder mehr und auch spezialisierte Apps verwenden, während vorherige Generationen eher auf allgemeine Apps zurückgegriffen haben. Zudem verlagert sich die Kommunikation in Richtung Messenger und auch in die Video-Form.

Inwiefern müssen Unternehmen die Organisation ihrer HR-Abteilungen überdenken, um für Social Recruiting bestmöglich aufgestellt zu sein?
Die handlungsleitende Größe ist die Zielgruppe bzw. sind die Zielgruppen. Sie geben in der Regel vor, in welcher Art und Weise zum Beispiel die Ansprache auf welchen Kanälen passieren soll und wie der nachfolgende Bewerbungsprozess vonstattengeht. Gut aufgestellte Recruiting-Organisationen stechen hier mit einer hohen Flexibilität in Richtung Markt und einer hohen Individualität in Richtung Bewerbern hervor. Also würde ich sagen: Zielgruppen-Knowhow, Markt-Knowhow und Recruiting-Wissen sind die Treiber für ein gutes Recruiting.

Auf welchen Portalen (Karriereportale, soziale Netzwerke etc.) sollte ein Unternehmen auf jeden Fall präsent sein?
Das lässt sich allgemein nicht beantworten. Die Evergreens wie Facebook oder auch Stellenbörsen haben längst nicht ausgedient, und jedes neue Netzwerk, das gerade gehypt wird, löst nicht sämtliche Recruiting-Probleme. Man braucht definitiv nicht auf allen Hochzeiten zu tanzen. Aber es braucht eine gesunde Mischung, um erfolgreich zu sein. Eine einzige Plattform reicht nicht mehr aus.

Welches Portal birgt Ihrer Meinung nach am meisten Potenzial für die Zukunft?
Videobasierte Netzwerke, wie zum Beispiel TikTok, die gerade sehr aktuell sind, scheinen auch in Zukunft angesagt zu bleiben. Snapchat scheint hier in der Tat zu verlieren. Bild bleibt ebenfalls ein Medium, welches aktuell bleibt, also wird es auch immer ein Netzwerk wie Instagram geben, das aktuell in diesem Sektor die Nummer eins ist. Weiter bilden Messenger die Online-Kommunikationsbasis, die Telefon und in Teilen auch E-Mail ablösen. Also gilt es auch hier, sich Strategien zu überlegen, wie zum Beispiel Auszubildende zu rekrutieren sind, ohne dass E-Mail-Adressen für die Bewerber-Kommunikation vonnöten sind.

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