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10.12.2019 - 09:10 Uhr

Recruiting Trends: Digitalisierung menschlich gestalten

Die Studienreihe „Recruiting Trends“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg und des Karriereportals Monster erhebt seit 17 Jahren jährlich wichtige Daten aus dem Bereich Human Resources. In der aktuellen Ausgabe liegt ein Fokus auf der Frage, was die zunehmende Digitalisierung für die HR-Branche konkret bedeutet und welchen Stellenwert vor dem Hintergrund der zunehmenden Technisierung noch das Thema Menschlichkeit hat.

Bereits seit mehreren Jahren belegt die Studienreihe, dass die Digitalisierung mit Themen wie Mobile Recruiting, Apps, Job oder Talent Recommender sowie professionelle Prozessgestaltung und Kennzahlen zunehmend den Personaleralltag beeinflusst. Laut der Studie Recruiting Trends 2019 sticht dabei seit Jahren vor allem ein Aspekt besonders hervor: Mobile Recruiting – die Personalbeschaffung per Smartphone. Diese steigt sowohl bei Kandidaten als auch bei Unternehmen im Ansehen, wobei Arbeitgeber dem Thema einen deutlich höheren Stellenwert zuordnen als die Kandidaten: Während 84,6 Prozent der Top-1.000 Unternehmen sagen, dass Mobile Recruiting zukünftig immer wichtiger wird (und sogar 100 Prozent der IT-Unternehmen), bestätigen dies nur 60,9 Prozent der Kandidaten.
Ein Grund für die Diskrepanz könnte sein, dass mobile Bewerbungen bei den Kandidaten längst angekommen sind – schon heute gibt ein Viertel der Kandidaten an, sich häufig über das Smartphone zu bewerben. 50,8 Prozent finden, dass die mobile Bewerbung Zeit spart und dadurch effizienter ist.


 

Mobil verfügbare Karriereseiten sind ein Muss
Mit dieser Erkenntnis geht einher, dass Unternehmen ihren Bewerbungsprozess mobil optimieren müssen. Darauf legen sieben von zehn Kandidaten Wert. Für 7,8 Prozent der Kandidaten stellt das Fehlen einer für mobile Endgeräte optimierten Bewerbungsalternative einen Grund dar, sich bei dem Unternehmen nicht zu bewerben. 70,2 Prozent der Kandidaten schätzt außerdem Apps zur Stellensuche oder um sich über das Unternehmen zu informieren (67 Prozent). Auch erweiterte Funktionen wie die direkte Kontaktmöglichkeit zum Recruiter oder regelmäßige Statusberichte zum Bearbeitungsstand der Bewerbung werden von mehr als der Hälfte der Befragten begrüßt.


Maschinenlesbarkeit von Stellenanzeigen wird immer wichtiger
Als eines der wichtigsten digitalen Zukunftsthemen wird in der Studie Recruiting Trends 2019 das Thema Maschinenlesbarkeit von Stellenanzeigen identifiziert. 90,9 Prozent der Unternehmen sehen darin die wichtigste Eigenschaft einer Stellenanzeige, um in fünf Jahren in Suchmasken wie Google Job Search zu erscheinen oder um von Job-Recommendern gefunden und verarbeitet werden zu können. Sieben von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass Job-Recommender zukünftig immer häufiger zum Einsatz kommen. Auch fünf von zehn Kandidaten finden diese Entwicklung gut.


Digitalisierung: Bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke?
Dass im Zuge der Digitalisierung die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben darf, haben die Unternehmen verstanden und daher an ihrem Employer Branding gearbeitet. In den Recruiting Trends 2018 haben Mitarbeiter die Attraktivität ihrer Arbeitgeber noch mit der Schulnote 4+ bewertet, bei der aktuellen Studie ist diese Bewertung auf die Note 3 gestiegen. Das ist eine klare Verbesserung, die aber immer noch Luft nach oben hat. Dabei gibt es einige Stellschrauben, an denen relativ einfach gedreht werden kann: So gaben sieben von zehn Neueingestellten an, dass sie keine Einarbeitung erfahren hätten und man sich nicht genügend Zeit genommen hätte. Die Faktoren, die laut Kandidaten maßgeblich zu einem positiven Onboarding-Prozess führen, sind Wertschätzung und eine gute Einarbeitung.


Langeweile ist ein Karrierekiller zeigen die aktuellen Recruiting Trends
Um Mitarbeiter dann auch zu halten, ist es wichtig, sie zu fördern und zu fordern. Denn Unterforderung ist mit 76,1 Prozent einer der häufigsten Gründe für Arbeitnehmer, sich nach einem neuen Job umzusehen – wohingegen nur 52,3 Prozent schon einmal wegen Überforderung wechseln wollten. Wer seine Mitarbeiter also halten möchte, muss sie weiterentwickeln, so die Autoren der Studie.


Digitalisierung treibt die HR-Branche voran
Ein weiterer wichtiger Insight aus den Recruiting Trends 2019: Digitalisierung treibt die HR-Branche voran, stärkt die Effektivität und führt zu verbesserten Ergebnissen der Recruiter, doch ohne Menschlichkeit geht es nicht. Gerade in der digital geprägten Zeit wird deutlich, dass Werte beständig und weiterhin extrem wichtig sind. Nicht umsonst ist eine gegenseitige Wertschätzung sowohl für Unternehmen als auch Kandidaten auf Platz Eins, wenn es um das wichtigste Element einer guten Unternehmenskultur geht.

 

Quelle: Monster
https://www.monster.de/mitarbeiter-finden/recruiting-tipps/gehalt-und-recruiting-trends/branchen-trends/recruiting-trends-2019/

Mehr zu der Studie:
https://arbeitgeber.monster.de/recruiting/studien.aspx

 

 

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