Job finden
30.04.2020 - 10:15 Uhr

5 Fragen an Tim Verhoeven

Tim Verhoeven ist ein bekannter Blogger (www.recruitingnerd.de), Autor sowie Speaker und gehört zu den Vorreitern in den Themen Recruiting Analytics und Digitalisierung im Recruiting. Er blickt auf mehr als zwölf Jahre Recruiting-Erfahrung bei namhaften Unternehmen wie Vodafone, BearingPoint und Indeed zurück.

1.    Ab wann sprechen Sie eigentlich bei der Nutzung von Bits und Bites von künstlicher Intelligenz?
Es gibt hier tatsächlich keine allgemeingültige Definition von künstlicher Intelligenz. Annähern kann man sich, wenn man von selbstlernenden Systemen spricht – häufig Machine Learning genannt.

2.    In welchem HR-Bereich halten Sie derzeit den Einsatz von KI für besonders sinnvoll und warum?
Künstliche Intelligenz bietet sich vor allem im Recruiting an, da es hier noch viel zu viele überflüssige Prozesse gibt, die die Arbeitszeit von Recruitern belasten. Wenn man diese Prozesse zukünftig voll automatisieren würde, könnten sich Recruiter wieder auf ihre beiden Kernkompetenzen konzentrieren: Candidate Experience und Eignungsdiagnostik.

3.    An welchem KI-Projekt arbeiten Sie momentan?
Eines der Themen, welches mich momentan beschäftigt, sind die ethischen und moralischen Rahmenbedingungen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz im Recruiting. Dazu engagiere ich mich im Verein Recrutingrebels.

4.    Wohin geht die KI-Entwicklung bei der Rekrutierung in den nächsten Jahren?
Die wichtigste Frage ist: Wer hat überhaupt genug Daten, um eine KI sinnvoll zu nutzen? Da gibt es global gesehen nur zwei bis drei Unternehmen, denen ich das zutraue – und bei einem dieser Unternehmen arbeite ich. Die Entwicklung der nächsten Jahre wird meines Erachtens sein, dass sich bald herauskristallisieren wird, dass sich der Markt verändern wird und viele angepriesene Lösungen vom Markt verdrängt werden, die mehr versprochen haben als sie halten konnten.

5.    Wo sehen Sie die Grenzen beim Einsatz von KI im Personalbereich?
Ich sehe vor allem – und das eher mittelfristig – die Grenzen des Einsatzes im Mangel an entsprechender technischer Kompetenz im Personalbereich. Viele Unternehmen müssten zunächst einmal ein angemessenes Analytics-System und das dazu notwendige Know How zum Einsatz bringen.

Herr Verhoeven, wir danken Ihnen für das Interview.

 

*Tim Verhoeven stand für unsere Fragen als Recruiting-Experte - nicht als Unternehmensvertreter - zur Verfügung.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren